Als Journalistin bloggen – ein Luxus mit Risiken und Nebenwirkungen

Lang ist’s her, als ich meinen letzten Blogbeitrag hier verfasste. Zwar habe ich mir meinen Publikationsrhythmus bewusst offen gelassen. Doch mangelte es mir nicht an Lust und Laune zu bloggen. Auch sind mir die Ideen nicht ausgegangen – im Gegenteil: die Liste möglicher Blogthemen wächst wöchentlich.

Was mich bisher hinderte, war das, was man wohl als Gretchenfrage eines jeden (privat) bloggenden Journalisten bezeichnen könnte: Was darf ich? Wie viel darf ich? Und wie weit darf ich gehen?

Denn auch wenn ich es bisher nicht wahrhaben wollte und mir erst durch den Blog so richtig bewusst wurde: Ich habe einen Ruf zu verlieren. Nicht als Privatperson – was ich aus meinem Privatleben blogge, muss einzig und allein ich verantworten. Es geht um den Ruf von mir als Medienschaffende und damit auch immer um den Ruf des Medienunternehmens, für das ich arbeite. Insofern trage ich als bloggende Journalistin immer auch Verantwortung für meinen Arbeitgeber und meine Arbeitskollegen.

Das Dilemma liegt auf der Hand: Als Journalistin bin ich zwar in der privilegierten Lage, bei Themen stets am Ball zu sein. Ich kenne die Dossiers, verfüge über Informationen, über Hintergrundwissen, über Wissen «off the record», bin quasi im Zentrum der Information – eine ideale Voraussetzung also, um sich eine fundierte Meinung bilden zu können.

Doch darin liegt gerade die Krux: Ein guter Journalist nämlich berichtet neutral, unvoreingenommen, quasi «meinungslos». Gefärbte Texte sind allenfalls in Leitartikeln, Meinungen nur in Kommentaren erwünscht. Alles andere wäre «unlauter». So sieht zumindest mein persönliches Berufsethos aus. Dass sich das nie zu 100 Prozent umsetzen lässt, ist mir klar. Ich bin ein Mensch und als solcher filtere ich Informationen, suche aus, formuliere – alles Prozesse subjektiver Färbung, da mache ich mir nichts vor.

Doch was darf ich nun ausserhalb des Mediums – beispielsweise in einem Blog – von mir als Mensch mit Meinung und Haltung preisgeben? Oder besser: Was hätte es zur Folge, wenn ich – zwar ausserhalb des Mediums, aber dennoch publik – mich zu Themen äussere, mit denen ich mich innerhalb des Mediums möglichst neutral auseinandersetze? Disqualifiziere ich mich dann als Journalistin für kommende Berichterstattungen über ebendiese Themen? Ich fürchte: Ja.

Klar, es gibt zahlreiche bloggende Journalisten, die ganz dezidiert Meinung beziehen, sich über dieses und jenes auslassen, was sie in ihrem Medium selber nicht können, nicht dürfen, nicht wollen. Einige behaupten gar, dass nur ein Journalist mit eigener Meinung ein guter Journalist sei, ja man als Medienschaffender gar Stellung beziehen muss. Eine selbstbewusste Einstellung, die bei nationalen Medien gangbar sein mag. Im engmaschigen Gebiet des Lokaljournalismus hingegen kann man sich diesen emanzipatorischen Luxus eher weniger leisten.

Denn: Gehen wir davon aus, ich schreibe Blogbeiträge über meine Meinung zur zweiten Gotthardröhre, zur Neat, zum Tourismusresort Andermatt, zur politischen Situation in Uri, zu Gemeindefusionen, Skigebietserweiterungen und zur Schächenspange. Sässe ich dann wenig später an Medienkonferenzen zu eben diesen Themen, läge der Vorwurf der unausgewogenen Berichterstattung nahe. Oder zumindest näher. Egal, wie neutral die Berichterstattung dann auch ausfallen würde – ich wäre auf jeden Fall angreifbar.

Nun stellt sich die Frage, was mir wichtiger ist: Mein Ruf als (idealerweise) neutrale Berichterstatterin, oder der Drang, mir als Mensch mit Meinung und Haltung durch den Blog eine Plattform zu geben?

Diese Frage stelle ich mir, und werde ich mir auch jedes Mal stellen müssen, bevor ich einen Blogbeitrag verfasse. Insofern bitte ich meine Leserinnen und Leser um Nachsicht und um Geduld, sollten die Beiträge weiterhin auf sich warten lassen. Zumindest die Politischen; über Banalitäten und Unverfängliches darf ich ja auch als Journalistin weiter bloggen. Zum Glück!

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37 Antworten zu Als Journalistin bloggen – ein Luxus mit Risiken und Nebenwirkungen

  1. madmenna schreibt:

    Bin nicht erfahren*, ach, nicht Journalist …

    Dennoch kenne ich das Problem, wenn auch nur in Ansätzen. Ich bin zurzeit als Mediensprecher bei einer Schweizer Organisation angestellt, die in einem klar definierten Bereich tätig ist (Verhütung von Nichtberufsunfällen). Und da gilt für mich die eiserne Regel: Niemals einen Blogbeitrag zum Thema Unfallprävention (hier eine Ausnahme: http://blog.menna.ch/wordpress/ethik-versus-recht/). Denn als Mediensprecher habe ich in besagter Thematik zurückzutreten, meine persönliche Meinung ist für die Öffentlichkeit nicht relevant. Gut, das ist sie eigentlich auch zu allen anderen Themen nicht, aber in diesem bestimmten Fall wird es unmöglich sein, meine Rolle als privater Blogger von derjenigen als “Sprachrohr” meiner Arbeitgeberin zu trennen.

    Insofern kann ich mich als privilegiert schätzen, dass ich nicht Journalist bin, denn es gibt ja zahllose andere Themen als die Unfallverhütung, und die Einschränkung, der ich mich unterziehe, ist überschaubar.

    Andererseits bringt es meine (wenn auch in bescheidenem Rahmen) exponierte Stellung mit sich, dass ich nicht alles so schreiben kann, wie es mir möglicherweise gerade in den Sinn kommt, denn gewisse allzu dezidierte Äusserungen zu politischen oder sonstigen weltanschaulichen Themen könnten auch meiner Arbeitgeberin Schaden zufügen. Etwas, das ich nicht nur aus Eigeninteresse vermeiden möchte.

    Doch darin besteht auch eine Chance. Ich bin gezwungen, meine Themenwahl und vor allem meine Ausdrucksweise genau zu prüfen. Und etwas Nachdenken und Feilen ist meiner Erfahrung nach gerade bei etwas sarkastisch oder gar satirisch angelegten Texten nicht zu deren Nachteil.

    Nehmen wir das Thema 2. Gotthardröhre (zu dem ich mich hier freilich nicht äussern werde): Ist es nicht so, dass das etwas delikate Spannungsfeld, in dem sich diese Frage bewegt, dazu beitragen kann, den Argumenten der Andersdenkenden vielleicht etwas mehr Verständnis und auch mehr Raum zuzugestehen, als wenn man einfach drauflosschreiben würde? Eine klare Meinung ist ja nicht unbedingt ein Problem, wenn man sie ausgewogen und fair zum Ausdruck bringt, ohne den “Gegnern” das Recht auf eine abweichende Ansicht abzusprechen.
    ______
    * “nicht erfahren” als Blogger. Sonst schon. :-)

    • eigenwach schreibt:

      Du bist kein Journalist, aber Medienschaffender – und: Sprachrohr einer Organisation gegenüber der Öffentlichkeit. Von daher lässt sich die Situation durchaus vergleichen, und die Überlegungen, die Du in diesem Zusammenhang schilderst, sind meinen sehr ähnlich. Von daher nehme ich Deinen Kommentar trotz Abschwächung Deinerseits gerne ernst. Der Ansatz, die «Bürde» des Journalistenseins als Chance zu sehen im Hinblick auf das Durch- und Überdenken von Äusserungen, finde ich interessant und könnte durchaus gewinnbringend sein. Könnte ich als Nichtjournalistin einfach immer frei drauflos schreiben, gäbe es zwar mehr, aber wohl kaum bessere Blogbeiträge von mir. Ausserdem könnte ich in der Tat – wie Du ansprichst – auch kontroverse Themen auf eine Art und Weise aufnehmen, die Platz für gegenteilige Meinungen lässt, wie das zum Beispiel beim sogenannten abwägenden Kommentar in Printmedien oft zu sehen ist. Jedenfalls danke ich Dir für die Inputs. Gut zu wissen, dass sich auch andere ab und an mit der Frage rumschlagen müssen – und trotzdem tolle Blogs unterhalten können.

    • 64knut14 schreibt:

      Mediensprecher oder Journalist? – In der, von #eigenwach beschriebenen Problematik sind Journalisten angesprochen. Der Medien- bzw. PR-Sprecher hat ein völlig anderes Berufsbild. Wer sich mit solchen Fragen als Journalistin auseinandersetzt, gehört damit wohl kaum zur oberflächlichen Klasse der “einfach drauflosschreibenden” Privat-Blogger. Für “Journalisten-bloggen” beschäftige ich mich gerade intensiv mit dem Konfliktpotential und stelle schon einmal fest, der Druck geht häufig von kleineren Medien aus. Die wohl auch klein geblieben sind, weil sie Scheu vor Veränderungen hatten. “Online first” heißt die Devise der Anderen. Damit geht es ihnen sichtbar gut und immer besser. Zu “Online first” gehört eben auch, eigenen Journalisten das Privat-Bloggen zu gestatten, wenn vereinbarte Regeln eingehalten werden. Niemand, mit Arbeitsvertrag ist ganz “frei”, dass zu tun, was er möchte. Die Alternative ist die Selbständigkeit. Meinungsfreiheit bedeutet aber auch nicht, veröffentlichen zu können, was einem gerade so durch den Kopf spukt. Wir reden noch immer von Journalisten, deren Berufe in Deutschland zwar noch immer nicht geschützt sind, die sich aber in Medien mit Ausbildungskonzeption ethische Standards setzen, Die gelten auch für den “privaten” Journalisten.

  2. Mama arbeitet schreibt:

    Wie wahr. Ich habe erst angefangen, mich jenseits von Leitartikeln und Kommentaren als Person mit Meinung zu äussern, als ich arbeitslos im Sommer 2011 wurde und blieb, um mich dann selbstständig zu machen. Es ist mir mittlerweile wichtiger, meinen Ruf als Bloggerin mit Meinung nicht zu verlieren, als den als neutrale Journalistin zu pflegen. Alles eine Frage der Prioritäten. :)

    Spass macht mir beides, ich kann beides (neutral sein oder eben auch nicht), entscheidend ist, dass ich mir bewusst bin, dass ich da eine Wahl zu treffen habe.

    Herzlich, Christine

  3. eigenwach schreibt:

    Alles eine Frage der Prioritäten, in der Tat. Und der Wahl. Sollte ich mich eines Tages freiwillig oder unfreiwillig für einen Seitenwechsel entscheiden, werde ich bestimmt an Dich denken – und wild drauflos bloggen :-)

  4. ugugu schreibt:

    Oder wie Paul Watzlawick schon sagte: “Man kann nicht nicht kommunizieren”. Du bist also gegen eine zweite Gotthardröhre, Neat-Befürworterin, frägst dich schon die ganze Zeit, woher Sawiris die ganze Kohle hat, um Andermatt in eine galaktisches Ski-Ressort zu verwandeln, findest die konservative und manchmal etwas engstirnige Urner Lokalpolitik zum…oder? ;)

  5. Moki schreibt:

    Arbeitet man in der PR-Abteilung eines Unternehmens, sollte man sich wirklich genau überlegen, was man in einem privaten Blog für eine Meinung vertritt. Denn vom Unternehmen wird man ja bezahlt, um eine bestimmte Meinung nach außen zu tragen. Eben die des Unternehmens. Das Dilemma sehe ich für den Journalisten nicht. Ich finde, auch ein Lokaljournalist sollte meinungsstark auftreten. Dem Vorwurf, dass man bei einem bestimmten Thema mit Tendenz berichtet, sieht man sich doch immer wieder ausgesetzt. Doch die Leser einer Zeitung sollten froh sein, wenn ein Redakteur sich traut, eine Meinung zu vertreten. Man sollte dabei nur nicht vergessen, dass man stets offen für die Gegenargumente ist und bereit für einen Dialog. Ohne Meinung ist eine Zeitung langweilig. Natürlich sollten die Nachrichtenspalten neutral sein. Aber wo eine Meinung gefragt ist, sollte man auch eine haben und diese nach außen vertreten. Wie das geht, lese ich mit Begeisterung immer wieder gerne auf dem Blog des Chefredakteurs beim Nordbayrischen Kurier, obwohl ich mit dieser Zeitung und der Gegend um Bayreuth gar nichts am Hut habe.
    Hier: http://ankommen.nordbayerischer-kurier.de/

    • eigenwach schreibt:

      Vielen Dank für Deinen Kommentar und den Hinweis auf den Blog des Kurier-Chefredaktors, den ich gerne und mit einer gewissen Bewunderung durchgestöbert habe (zur eingängigen Lektüre braucht es mehr Zeit). Du schreibst, dass man sich als Journalist immer mit dem Vorwurf konfrontiert sieht, mit Tendenz zu berichten. Da hast Du wohl Recht; egal, ob ich nun meinungsgefärbt blogge oder nicht – man bleibt als Journalistin für gewisse Leser immer «die Faktenverdreherin». Die Frage ist nun, ob ich dieses Bild als gegeben hinnehmen sollte in einer Art «Scheiss-drauf!»-Einstellung. Oder ob ich das Gegenteil zementieren soll; wobei das Gegenteil, wie bereits erwähnt, nie in Reinform bestehen kann. Egal, wofür man sich entscheidet, der springende Punkt ist jener, der hier in den Kommentaren immer wieder betont wird: Dass man stets offen sein soll für Gegenargumente und den Dialog. Mit diesem Prinzip im Hinterkopf werde ich bestimmt eine Lösung meines Dilemmas finden.

  6. Zahnwart schreibt:

    Ich verstehe das Problem ganz grundsätzlich, allerdings denke ich, dass man sich ein wenig von dem Ideal, dass ein Journalist neutral zu sein hat, lösen muss, auch und gerade im Lokalen. “Ein guter Journalist nämlich berichtet neutral, unvoreingenommen, quasi meinungslos. Gefärbte Texte sind allenfalls in Leitartikeln, Meinungen nur in Kommentaren erwünscht” – das ist ein Berufsbild, das doch sehr nach Journalismus in Prä-Internet-Zeiten erinnert (und das selbst in meiner journalistischen Ausbildung, die nun auch schon ein paar Jahre zurückliegt, als “von gestern” bezeichnet wurde). Vielleicht ist das Selbstverständnis des Journalismusberufs in Deutschland aber auch ein anderes als in der Schweiz, mag sein.

    Was allerdings, meiner Meinung nach, immer verkehrt ist, ist die Vorstellung, man dürfe sich nicht angreifbar machen. Im Gegenteil, Journalisten müssen immer angreifbar sein – und diese Angreifbarkeit auch als Basis dafür nehmen, Fehler (die jedem Journalisten passieren können) zuzugeben. Felix Dachsel hat diese Angreifbarkeit (die durchaus ein zweischneidiges Schwert ist) in einem Text für die taz in meinen Augen sehr schön beschrieben: https://blogs.taz.de/hausblog/2013/01/13/bekenntnis-ich-bin-taz-redakteur-und-parteimitglied/

    • eigenwach schreibt:

      Mein Berufsbild mag veraltet sein, und letztlich gibt es nicht DAS Berufsbild eines guten Journalisten – jeder muss es für sich selber herausfinden. Über die Unterschiede von Deutschland und der Schweiz kann ich ebenfalls wenig sagen. Mir scheint aber das Bekenntnis des TAZ-Redakteurs äusserst gewagt. Da er es im Hausblog veröffentlichen konnte, gehe ich aber davon aus, dass er das Okay der Redaktion im Rücken hat, was ihm den Rücken stärkt. Da wird man einen möglichen Flurschaden schon einkalkuliert haben, und der wird – wie ich denke – kleiner sein bei einer Redaktion wie der TAZ, deren Mitarbeiterzahl sicherlich zweistellig ist; Wird ihm durch seine Parteimitgliedschaft Voreingenommenheit vorgeworfen, kann man ihn locker von gewissen Themen in den Ausstand delegieren. Bei einer Redaktion mit sieben Journalisten, wie es bei mir der Fall ist, dürfte es schwieriger sein, wenn eine Person für gewisse Themen aufgrund öffentlicher Meinungsäusserung nicht mehr infrage kommt. Trotzdem herzlichen Dank für Deinen Kommentar und den Hinweis auf den Text von Felix Dachsel; er eröffnet mir einen anderen Blick auf das Dilemma.

  7. Johannes schreibt:

    Ich glaube nicht daran, dass ein Journalist “neutral, unvoreingenommen, quasi meinungslos” berichtet (oder berichten kann). Allein durch die Themenwahl, die Akzentuierung entfernt sich der Journalist von diesem Anspruch. Journalisten geben sich gerne neutral, sind es aber häufig nicht (und sind sich dessen meist gar nicht bewusst) und täuschen dadurch die Leser/Hörer/Seher, die sie nur mit scheinbar objektiven Berichten versorgen.

    Dann lieber offen und ehrlich seine Meinung äußern. Dann weiß man als Leser/Hörer/Seher wenigsten woran man ist und kann die Berichterstattung besser einordnen.

    • eigenwach schreibt:

      Vielen Dank für Deinen Kommentar. Das Ideal des neutralen Journalisten bleibt, was es ist: Ein Ideal. Da gebe ich Dir Recht. Trotzdem gibt es die Möglichkeit, mehr oder weniger vom Ideal abzuweichen. Hier von bewusster Täuschung zu sprechen, geht meiner Ansicht nach zu weit. Gewiss gibt es Journalisten, die ihre Leser bewusst täuschen, indem sie lediglich ihre Thesen bestätigt haben wollen, komme was wolle. In diese Schublade gehöre ich – und das kann ich mit gutem Gewissen sagen – nicht! Würde ich aber meinungsgefärbt zu Themen bloggen, die ich als Journalistin dann später bearbeite, läge die Schubladisierung näher. Ich bin überzeugt, dass es Leser gibt, die nicht so pessimistisch eingestellt sind wie Du und an den Journalisten als möglichst objektiven Berichterstatter glauben. Dieses Vertrauen (das keineswegs unbegründet ist!) würde ich wohl unnötig aufs Spiel setzen, würde ich meinungsgefärbt bloggen.

      • m'r schreibt:

        Johannes schreibt ja, dass meistens nicht bewusst getäuscht wird. Und du sagst ja (wie er), dass neutraler Journalismus ein unerreichbares Ideal ist. Ich bin nur Leser, nicht Journalist und glaube an eine möglichst objektive Berichterstattung. Aber die Meinung färbt immer – mal mehr, mal weniger – auf einen Artikel ab.

        Deshalb finde ich es viel angenehmer, Texte zu lesen, wenn ich die Meinung dahinter kenne. Und ich hoffe, dass alle die über ein Thema schreiben, auch eine Meinung dazu haben: Das zeigt mir, dass sie sich damit beschäftigt haben.

        Ein Artikel wird dann neutral, wenn er das ganze Meinungsspektrum abbildet und auf wesentliche Argumente eingeht. Ob du deine Meinung in einem Kommentar oder Blog veröffentlichst, ändert nichts daran, ob du möglichst neutral berichten kannst.

        Ich kann Autorinnen und Autoren stärker vertrauen, neutrale Artikel zu schreiben, wenn sie offen zu ihren Meinungen stehen. Und da bin ich sicher nicht der Einzige.

      • eigenwach schreibt:

        Vielen Dank für Deinen Kommentar. Du sprichst einen Aspekt an, der schon mehrfach als Reaktion auf meinen Blogbeitrag genannt wurde – und mir selbst so nicht bewusst war: Dass es den Lesern mehr bringt, die Meinung des Journalisten zu kennen, als wenn er darüber im Unklaren ist. Unter dieser Voraussetzung schliesst sich neutrale Berichterstattung und meinungsgefärbtes Bloggen nicht aus. Ein Gedanke, den ich gerne weiterverfolgen werde. Womöglich liegt darin die Lösung. In diesem Sinne vielen Dank für Deinen Kommentar. Er eröffnet mir eine neue Perspektive.

  8. Muriel schreibt:

    Ja… Die Sorge ist in der realen Welt wohl leider berechtigt, aber sie sollte es nicht sein.
    Eigentlich ist ja nur wünschenswert, dass ein Journalist unvoreingenommen berichtet.
    Wirklich sein kann das niemand.
    Insofern ist der Unterschied ja nur, ob bei einem bloggenden Journalisten die Position erkennbar ist, oder verborgen.
    Wer einen Journalisten für neutral hält, nur weil der seine Meinung nicht öffentlich äußert, der denkt doch einfach falsch, und umgekehrt genauso.
    Ich selbst schreibe ja unter Pseudonym, weil ich zu faul bin, mit den Einflüssen meiner Äußerungen in meinem Blog auf meine berufliche Tätigkeit zu hantieren, und kann deshalb schwerlich jemandem vorwerfen, sich dem auch lieber nicht stellen zu wollen. Aber den Hinweis, dass das eher einer gewissen öffentlichen Unaufgeklärtheit geschuldet ist, als dass es wirklich eine vernünftige professionelle Verhaltensregel wäre.

    • Muriel schreibt:

      Hoppla. Der letzte Satz ist mir leicht verunglückt. Aber ihr wisst bestimmt, wie ich’s meine. Falls nicht: “… möchte ich doch noch anbringen.” würde das Ganze wohl komplettieren.

    • eigenwach schreibt:

      Liebe Muriel, Du bloggst anonym, was ich als weise bezeichnen würde. War übrigens auch mein Ansinnen, ursprünglich. Nicht umsonst ist auf meinem Blog nirgends mein Name erkennbar. Trotzdem hätte ich nicht darauf vertrauen wollen, dass wirklich niemand weiss, wer hinter «eigenwach» steckt. Früher oder später wäre es «aufgeflogen» – drum meine Vorwärtsstrategie. Deinen Einwand, dass das Nichtäussern von Meinungen nicht gleichzusetzen ist mit Meinungslosigkeit, kann ich voll und ganz unterschreiben. Die Frage ist, ob das auch die Mehrheit der Leser von Zeitungen und Blogs so sieht? Wenn ja, würde sich mein Dilemma gar nicht stellen, oder zumindest nicht in dem Ausmass.

      • Muriel schreibt:

        Trotzdem hätte ich nicht darauf vertrauen wollen, dass wirklich niemand weiss, wer hinter «eigenwach» steckt.

        Wäre es bei mir wirklich sehr, sehr wichtig, hätte ich mich darauf auch nicht verlassen wollen. Aber es wäre jetzt auch kein Weltuntergang für mich, und generell sehe ich diese Sache schon ungefähr wie Russell Munroe.

        Die Frage ist, ob das auch die Mehrheit der Leser von Zeitungen und Blogs so sieht?

        Bestimmt nicht. Die Unaufgeklärtheit, die ich oben erwähnte, ist ja leider real, und kein Ende in Sicht. Deswegen mache ich es ja auch so. Ich schreibe in meinem Blog eigentlich nichts, von dem es mich stören würde, wenn es jeder über mich wüsste. Da steht auch nichts, was ich nicht sage, wenn mich jemand fragt.
        Aber ich weiß eben, wie gerne Menschen Dinge missverstehen, und wie schlecht sie damit klarkommen, wenn jemand eine Meinung kritisiert, die sie auch selbst vertreten. Mit Leuten zu arbeiten, die ich nicht leiden kann, ist schon schwierig genug, ohne ihnen noch jeden Tag erklären zu müssen, warum ich sie mit dem Post gestern nicht persönlich beleidigen wollte.

  9. opalkatze schreibt:

    Hm, wenn du mit dieser Schere im Kopf arbeitest, hast du hinterher an beiden Stellen Mittelmäßiges. Auch nicht gut.

  10. Carlos Y Arragon schreibt:

    Werte Frau Kollegin,

    bei allem Respekt, aber das ist ein bisschen eine akademische Diskussion, die Sie da führen. Mag sein, dass ich als deutscher Journalist den schweizer Medienmarkt falsch einschätze. Aber: Würde Ihre Argumentation stimmen, dürfte kein Journalist mehr in seinem Medium einen Kommentar schreiben, egal ob er dabei seine eigene oder die Meinung seines Arbeitgebers vertritt, weil er sich Ihren Gedankengängen nach damit für eine anschließende ausgewogene Berichterstattung (diesen Begriff halte ich für geeigneter als Neutralität oder Objektivität, die es bekanntlich ja nicht gibt) disqualifizieren würde. Und das widerspricht den Grundsätzen des Journalismus – für die Leser/Hörer/Zuschauer Fakten auszuwählen, aufzubereiten und einzuordnen bzw. ggf. Stellung zu beziehen – so fundamental, dass ich mich frage, welches reale Erlebnis Sie dermaßen verunsichert hat? Natürlich kann ich mir theoretisch eine Situation vorstellen, in die Ihr Szenario passt: Wäre ich beispielsweise ein Journalist für ein blassblaues politisches Medium und würde privat und öffentlich dann ocker-beige-gestreifte politische Meinungen (ich hoffe, ich habe jetzt unverfängliche Farben genommen) vertreten, bekäme ich mit Sicherheit erst ein Glaubwürdigkeitsproblem und dann Stress im Job. Aber das ist wie gesagt eher was für ein akademisches Proseminar

    Mit besten Grüßen aus Bayern.

    • eigenwach schreibt:

      Werter Herr Kollege, herzlichen Dank für Ihren Kommentar. Wenn ich in meinem Medium einen Kommentar schreibe, ist den Lesern (so denke ich) klar, wie sie die Meinungsäusserung einzuordnen haben; nämlich als Mittel, die Diskussion über ein Thema anzustossen, aufzugreifen oder weiter zu führen, losgelöst von der eigentlichen Meinung des Schreibenden. Ich kann in Kommentaren auch eine Meinung vertreten, die nicht meiner eigenen entspricht, oder kann Argumente einander gegenüberstellen. Das immer im Hinblick auf die Leserschaft, denen Zusammenhänge, andere Blickwinkel oder mögliche Diskussionen geboten wird. Vertrete ich aber ausserhalb des Mediums als Privatperson eine Meinung öffentlich, ist es für die Leserschaft wohl schwieriger, das einordnen zu können. So jedenfalls denke ich mir das. Ein einschneidendes Erlebnis diesbezüglich gibt es nicht; ich stelle mir bloss vor, welche Konsequenzen es haben könnte, wenn ich meine Meinung blogge. Vielleicht male ich da auch den Teufel an die Wand und die Folgen wären nur halb so “schlimm” wie gedacht. Das kann gut sein.

  11. Carlos Y Arragon schreibt:

    Ich glaube nicht, dass es “schlimme” Konsequenzen hätte, würde eine Journalistin oder ein Journalist privat eine andere Meinung bloggen als sie/er in Zeitungskommentaren äußert. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass für die durchschnittliche Leserschaft solche feinen Unterschiede, wie wir sie oft machen, gar nicht relevant sind. Ich bin überzeugt, dass es der Erfahrungswelt meiner normalen Leser entspricht, dass ein abhängig Beschäftigter beruflich manchmal anders argumentiert als im privaten Gespräch – und die Leser dieses Problem sehr viel gelassener sehen als wir. Aber gut, dass Sie diese Diskussion hier angestoßen haben, es hat nicht geschadet, sich darüber mal einen Tag lang Gedanken zu machen!

  12. A.C.Schyboll schreibt:

    Wer sich kritisch auseinandersetzt, dem wächst der Mut. Der Mut aber bleibt haften wie Pech, wenn man ihn sich erst einmal errungen ist. Er verführt zu noch mehr Mut und wachsender Authentizität. In kleinen, jedem Menschen gemäßen Schritten. Nicht wichtig ist, ob jetzt viel oder wenig gebloggt wird, sondern dass die Geburt der Frage entstand. Je stärker man in seiner Persönlichkeit wird, um so mehr beantwortet es die eigene Entwicklung, was man darf und was nicht. Und die Arbeitgeber? Wenn sie nicht dumpfbackig und auf den Kopf gefallen sind, werden sie Qualitäten ermessen und bloggen im Einzelfall auch richtig einzuschätzen. Zudem: Auch bloggen kann Züge der eigenen Genialität ebenso zeigen, wie des eigenen Schwachsinns. Und wachsen wir denn nicht alle immer nur an der Mutkraft, die das Leben von uns fordert? Nicht selten ist erst das Verbot oder das Risiko der Motor für unser eigentliches Wachsen!

  13. Vielleicht geht es ja manchmal auch um mehr als das, was es zunächst scheint. Dort, wo wir auf Risiken und Verbote stoßen, haben wir doch erst unsere Chance zum Wachsen. Vielleicht geht es u.a. auch darum, Mutkräfte zu entwickeln und uns so authentisch weiter zu entwickeln, dass die Qualität für sich selbst spricht. Dort, wo im besten Sinne gebloggt wird, müsste auch ein Arbeitgeber erkennen, ob hier Genie oder Schwachsinn am Werk ist oder in welche Richtung es sich entwickelt. Freie Geister brauchen auch Freiraum für Kreativität. Auch wenn das noch nicht bei jedem Chef angekommen zu sein scheint, weil er noch keinen richtigen Riecher für die wahren Ressourcen in den besten Mitarbeitern hat. Insofern sollte eine gute Bloggerin, die vortreffliche Erfolge und Reaktionen bekommt, erst einmal eine Gehaltserhöhung bekommen, statt einen Rüffel. Aber es ist auch eine Frage des Alters, der eigenen Souveränität, ja, auch der Angst, sich über bestimmte unsinnige Vorschriften dennoch zu erheben. Hat man erstmal sein persönliches Quantum Mut errungen, klebt es wie Pech. Und das ist gut. Denn wer will seinen Mut schon wieder loswerden. Manchmal sind Fragen äußerer Bredouille auch ein Richtungshinweis, wohin das eigene Innere will…
    Weiter… immer weiter…
    Bloggen Sie nur! Ihnen gemäß in Ausdruck und Schritt

    • eigenwach schreibt:

      Herzlichen Dank für Ihren Kommentar! Er öffnet einen weiteren Blick, den ich so noch nicht ins Auge gefasst habe. Gewiss hat es auch etwas für sich; schliesslich ist allein die Eröffnung eines Blogs ein Zeichen, dass da jemand etwas zu sagen hat oder es zumindest meint. So ist es auch bei mir. Dass ich mit/an der bewussten Überschreitung von Grenzen oder durch deren Infragestellung wachsen kann – Darüber nachzudenken lohnt sich allemal. Danke für den Input!

  14. Edith schreibt:

    Ich bin ja nur Leserin, aber ich finde nicht, dass ein Journalist neutral sein sollte. Was ich erwarte, ist, dass er die Materie kennt, dass seine Argumente Hand und Fuss haben, dass er seriös recherchiert und nicht einfach weiterleitet was er “vernommen” hat. Ich erwarte dass er die Argumente der Gegenseite ernst nimmt und dazu fundiert seine Meinung darlegt ohne seine “Gegner” zu verunglimpfen. Ein solcher Journalist trägt viel mehr zu meiner Meinungsbildung bei als ein sogenannt “neutraler”. Weil, wie Du schon geschrieben hast, Neutralität gibt es nicht wirklich.
    Ich brauche keine neutralen Journalisten. Ich brauche Leute, die Überzeugt sind von dem was sie schreiben. Ich lese beide Seiten und die Gegenüberstellung pro/kontra kann ich danach selber machen.

    • eigenwach schreibt:

      Wenn alle Leser so denken würden wie Du, hätte ich kein Problem – in der Tat. Und es wäre schön, wenn dem so wäre. Allerdings muss man davon ausgehen, dass nicht alle Leser so differenziert über die Rolle von Journalisten denken und gewillt sind, die von Dir genannte Gegenüberstellung selber anzustellen. Viele verlassen sich stark auf das Geschriebene, nehmen es für bare Münze – und die Verantwortung diesen Lesern gegenüber ist es, die das Ganze so schwierig macht. Aber es ist gut zu wissen, dass es Leser wie Dich gibt. Drum hab Dank für Deinen Kommentar, er hat mich sehr gefreut!

  15. dos schreibt:

    Interessante Diskussion. Ich habe mir einige Gedanken dazu gemacht und komme zu dem Entschluss: Einen Konflikt zwischen Bloggen und journalistischem Arbeiten gibt es nicht. Einfach weil es keinen Unterschied zwischen den beiden Formen gibt. Ich bin mal so frei und verlinke für meine ausführlicheren Gedanken: http://do-s.de/duerfen-journalisten-bloggen

    • eigenwach schreibt:

      Interessante Antwort auf meine Frage. Sie (und auch andere Reaktionen auf meinen Blogbeitrag) zeigt auf, wo der Hund begraben ist: Im Verständnis, was ein Journalist ist oder sein soll. Mit meinem Berufsbild des möglichst neutralen Journalisten werde ich die Frage nie klar beantworten können. Also werde ich das Bloggen entweder sein lassen müssen, oder aber an meinem Berufsbild feilen. Damit es nicht unnötig schwer auf meinen Schultern lastet.

  16. madurskli schreibt:

    Wie kommen die Nachrichtenmedien zu ihrem Ruf Medienhuren zu sein und mit ihrem blossen löffeln aus den Töpfen der fünf großen Nachrichtenagenturen das Zeitungssterben eingeleitet haben?

    Also, ein Journalist muss neutral sein, verbreitet aber unbesehen einen Meinungseinheitsbrei von Reuters?
    Denn das müsste jeder zugeben allein schon durch die Filterung wird Meinung gemacht und die Agenturen verbreiten Meinungen ganz eindeutig!

    Assad böse, Gaddafi böse, Salafisten in Deutschland böse, Salafisten in Syrien Lieb, Salafis in Mali böse.

    Sauds und Katar, die diese Brut auf der ganzen Welt finanzieren lieb?

    Das Schweizer Fernsehen, zu Universität/Aleppo: Opposition und Regierung beschuldigen sich gegenseitig. Obwohl die Situation eindeutig ist und sowohl Fakten als auch Logik die Regierung freisprechen. Die Tendenz der westlichen Wertegemeinschaft “Etwas” zum bösen zu stempeln wird von unaufrichtigen Journalisten mitgetragen bis in die unterste Etage.
    Alles was nicht ins Bild passt wird umgelogen oder ignoriert.

    Nee, ich lese nur noch in Blogs wo etwas vertreten wird das man als Standpunkt umschreiben kann und durch Fakten, Vertrauen und Meinung entsteht.
    Das Ideal, dass ein Journalist neutral zu sein hat widerspricht vollkommen dem wahren Ideal.
    Ein Journalist ist das gewissen der Nation!!!
    Siehe :Vierte Gewalt.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Vierte_Gewalt

    • Florian schreibt:

      @madurskli Sowas in die Richtung wollte ich auch schreiben.

      Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.
      Das ist der Tod für den Journalismus! Es sollte keine Schranken in den Gedanken geben.

      Ich würde in so einem Fall höchstwahrscheinlich meinen “Brötchengeber” fragen welche Meinung er zum Thema bloggen hat. Natürlich nicht mit dem Dampfhammer im Anschlag, aber auf subtile Weise die Stimmung dazu rauskitzeln.

      Wäre ich bloggender Journalist und würde erkennen, dass meine Ansichten zu einem Thema die ich in einem Blog verfasse in einem Zeitungsartikel den ich in der Arbeit schreibe gänzlich abweichen würde und in mir ein innerer Konflikt ausbricht, dann würde ich schön meine Sachen vom Schreibtisch in einen Karton räumen, den Computer ausschalten und der Zeitung lebewohl sagen. Christoph Hörstel war z.B. so jemand. Natürlich ist es leicht daher gesagt von mir, weil es hängt ja immer eine Existenz dran, aber wie schon gesagt “Ein Journalist sollte das Gewissen der Nation sein” Und wenn ich mir die Meinungsmache hier in der BRD a la Bild, Spiegel, Stern usw. anschaue dann haben die mittlerweile schon eine gesammte Nation auf dem Gewissen. Dieser Verantwortung muss man sich stellen und eine Selbstreflektion durchführen…. Die Gedanken dazu sind frei!

      Gruß Flo

      • eigenwach schreibt:

        Mein Problem liegt nicht darin, mit meinem Blog eine Meinung zu vertreten, die nicht derjenigen meiner Zeitung entspricht. Zumal es die nicht gibt; wir Redaktoren haben auch unterschiedliche Meinungen und die Zeitung, für die ich schreibe, ist längst nicht mehr politisch positioniert. Die Angst bei meinungsgefärbten Blogartikeln liegt demnach nicht am Arbeitgeber – der lässt Meinungen zu – sondern an der Leserschaft. Die hat schliesslich über meine Glaubwürdigkeit zu entscheiden und darüber, ob sie meine Artikel zu Themen, über die meine Meinung klar ist durch den Blog, in Zweifel ziehen.

    • eigenwach schreibt:

      Du scheinst ein äusserst negatives Bild von der Medienwelt zu haben. Das tut mir Leid. Inwiefern das berechtigt ist, kann ich nicht beurteilen. Zumal ich nicht weiss, welche Medien Du konsumierst. Ich kann nur für mich bzw. meine Redaktion sprechen: Für die Lokalberichterstattung können wir kaum auf Nachrichtenagenturen zurückgreifen; wir recherchieren selber. Ausserdem weiss ich nicht, wie Reuters ist. Das Schweizer Pendant, die Schweizerische Depeschenagentur (sda) geniesst aber meines Wissens einen guten Ruf. Insofern erstaunt mich Dein ausgesprochener Medienpessimismus schon ein wenig. Dass Du daraus den Schluss ziehst, dass Journalisten zu ihrer Meinung stehen sollten, ist allerdings erfreulich. Immerhin bleibst Du so nicht beim Vorwurf der “Medienhuren” stehen.

  17. “Mein Ruf als (idealerweise) neutrale Berichterstatterin.” Der Mythos des neutralen Berichterstatters gehört dringend dekonstruiert. Mehr dann bald dazu auf meinem Blog.

  18. Pingback: MAZ, und jetzt? – oder: Endstation Reflexion? | das eigenwach bloggt

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